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Gender Mainstreaming

Ziele

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist trotz Grundgesetzauftrag und umfangreicher Bemühungen nicht erreicht. Wesentliche Gleichstellungsziele sind  ...

  • gleiche Verfügungsmöglichkeiten über Ressourcen wie Geld, Rechte vor dem Gesetz, bezahlte und unbezahlte Arbeit, Freizeit, Anerkennung, Macht, Positionen und Funktionen, Gesundheit, Bildung und Wissen, Raum und Zeit.
  • die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenslagen von Frauen und Männern.
  • die Gleichwertigkeit und Wertschätzung aller Formen individueller geschlechtlicher Lebensweisen, d.h. die Auflösung geschlechterstereotyper Rollenerwartungen und gesellschaflicher Geschlechternormen.

Gender Mainstreaming ist die geeignete Stategie, um diese Ziele zu erreichen. 

Nutzen

Gender Mainstreaming bietet neben der Gleichstellung der Geschlechter weitere Vorteile für Organisationen, z.B.

  • Gendersensibles Personalmanagement verbessert die langfristige Nutzung aller Potenziale und Ressourcen
  • Gendersensible Arbeitsprozesse verbessern die Produkte und Dienstleistungen
  • Gendersensibles Marketing verbessert die Ansprache bestehender und neuer Zielgruppen
  • Gendersensible Organisationsentwicklung verbessert die Organisationskultur und das Image einer Organisation
  • Gendersensibles Teammanagement erhöht die Motivation, Kreativität und Problemlösungskompetenz von Teams

Gender Mainstreaming ist "innovativ"

Gender steht für das soziale Geschlecht, d.h. die historisch gewachsenen und gesellschaftlich hergestellten Rollen, Rechte, Pflichten und Interessen von Frauen und Männern. Mainstreaming bedeutet, dass bei allen Entscheidungen, Prozessen oder Projekten die Perspektive der Gleichstellung berücksichtigt wird. Das Thema Gender wird also, ähnlich dem Thema Qualität, als Querschnittsaufgabe etabliert.

So werden wichtige Geschlechteraspekte berücksichtigt, Geschlechterschieflagen und eventuelle Benachteiligungen von Frauen oder Männern frühzeitig verhindert. Gender Mainstreaming setzt auf eine umfassende Bewusstseinsbildung aller Akteurinnen und Akteure, beteiligt die Betroffenen und zielt auf eine nachhaltige Struktur- und Kulturveränderung ab.

Gender Mainstreaming ist ein Innovationsprozess. Denn es geht nicht ausschließlich um die Gruppe der Frauen, sondern um beide Geschlechter:

  • Der Blick richtet sich auf Frauen und Männer und alle sonstigen Formen geschlechtlicher Lebensweisen.

Nicht eine einzelne Funktion innerhalb einer Organisation, wie z.B. die der Gleichstellungsbeauftragten, hat die Aufgabe, sich um die Verwirklichung der Gleichstellung zu kümmern, sondern:

  • Die Verantwortung liegt in allen Bereichen einer Organisation.

Gleichstellung wird somit zur Querschnittsaufgabe. D.h. alle Fach-und Führungskräfte einer Organisation integrieren den Genderaspekt in ihre alltägliche Arbeit. Die Veränderungen durch Gender Mainstreaming betreffen nicht nur die individuellen Ebenen von Frauen und Männern, sondern:

  • Gender Mainstreaming verändert die Strukturen und Kulturen und somit die Prozess- und Ergebnisqualität der Organisation.

Veränderungen dieser Art verlangen die Initiative durch die Spitze einer Organisation, d.h.:

  • Gender Mainstreaming ist top-down-orientiert.

Balanced Gender Management

Unter dem Begriff "Balanced Gender Management" verstehen wir die Anwendung der Gender Mainstreaming-Strategie speziell im Handlungsfeld des Personalmanagements und der Personalentwicklung. Wir unterstützen Organisationen der Wirtschaft oder des öffentlichen Dienstes ein angemessenes Verhältnis von Frauen und Männern in den Führungspositionen oder den MINT-Bereichen (1) zu erreichen. Dies ist in Zeiten des demografischen Wandels und des Fach- und Führungskräftemangels besonders bedeutend. 

Wir besitzen langjährige Erfahrungen in Projekten, die zum Ziel haben den Anteil von Frauen in Führungspositionen bzw. MINT-Bereichen zu erhöhen. Dabei betrachten wir in der Regel sowohl personenzentrierte Faktoren (individuelle Kompetenzen), als auch organisationszentrierte Faktoren (Struktur und Kultur der Organisation). Wir bieten bewährte Konzepte z.B. mit folgenden Bausteinen:

  • Schriftliche Befragungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  • Interviews von Beschäftigen
  • Workshops zur Analyse und Verbesserung von Personalmanegement- und Personalentwicklungsprozessen unter Berücksichtigung von Genderaspekten
  • Umsetzung und Begleitung von Mentoringprogrammen für weibliche Nachwuchskräfte
  • Gender-Trainings für Führungskräfte
  • Coachings für Führungskräfte bzw. Führungsnachwuchskräfte
  • Empowerment-Trainings für Frauen

Selbstverständlich unterstützen wir ebenso Organisationen, in denen ein "umgkehrtes" Ungleichgewicht, d.h. ein geringer Anteil an Männern, in den Führungspositionen bzw. Bereichen vorliegt.

(1) MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Vorgehen

Um Gender Mainstreaming in eine Organisation einzuführen, bietet sich folgendes Vorgehen an:

  1. Information und Entscheidungsunterstützung der obersten Führungsebene
  2. Anwendung der Gender Mainstreaming-Strategie zunächst in Pilotprojekten
  3. Evaluation der Pilotprojekte
  4. Entwicklung und Einführung von organisationsweiten Routineverfahren

Durch dieses Vorgehen wird ... 

  • einerseits die Wirkungstiefe von Gender Mainstreaming an die allgemeinen Ziele der Organisation angepasst und
  • andererseits Gender-Kompetenz schrittweise unter den Fach- und Führungskräften aufgebaut. 

Weitere Erfahrungen

Weitere Erfahrungen in der Umsetzung von Gender Mainstreaming besitzen wir in den Handlungsfeldern:

  • Bauwesen / Städtebau
  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Bildung / Schul- und Elementarerziehung
  • Sport / Sportentwicklung
  • Gesundheit

Selbstverständnis

Die Leitung der einzelnen Maßnahmen, wie z.B. Gender-Workshops erfolgt in der Regel mit einem gemischtgeschlechtlichen Beratungsteam. Dabei orientieren wir uns an den fachlichen Handlungsfeldern. Unser Ziel ist es, eine sinnvolle und für die Organisation wertschöpfende Verbindung zwischen Gender- und Fachkompetenz herzustellen.

In unserer Arbeit vermeiden wir Stereotypen, naturalistische Erklärungsmuster und Verzerrungseffekte in der Wahrnehmung der Geschlechter, denn wir verstehen Gender (das soziale Geschlecht) als historisch gewachsen, gesellschaftlich konstruiert und damit veränderbar. Unser Fokus liegt auf gesellschaftlich produzierten Geschlechterverhältnissen, Lebenslagen und Zusammenhängen, die das individuelle Leben der Geschlechter strukturieren.

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